26.02.2020 07:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Milchvieh
Kühe früh auslassen – trotz wenig Gras
Mit der Frühlingsweide kann bald begonnen werden. Ziel: Das Einebnen der Mäusehaufen und die Angewöhnung ans Gras.

Vielerorts beginnen die Wiesen grün zu werden. Mit dem grossflächigen Überweiden sollte man möglichst früh beginnen. Einerseits werden durch die Tritte der Kühe Mäusehaufen eingeebnet, andererseits ist es auch für die Kühe sinnvoll. 

Drei Wochen Umstellung 

Zwar liefern die Weiden noch nicht viel Futter, doch eine langsame Umstellung macht Sinn: Die Pansenmikroben brauchen mindestens drei Wochen Zeit, sich von einer Winterration auf die Sommerration mit Gras umzustellen. Deshalb sollte im Stall mit dem Fütterung der Winterration weitergefahren werden – dies bezüglich der Zusammensetzung der Ration wie auch der Menge, die vorgelegt wird.

Dünnen Kot vermeiden

Zusätzlich zur Umstellung der Pansenmikroben hat die Übergangsfütterung auch das Ziel, dünnen Kot zu vermeiden. Dies ist gewährleistet, wenn Heu oder auch Maissilage  weiter verfüttert wird. 

Heu hat allerdings oft einen hohen Zuckergehalt, genau wie das Frühlingsgras vom ersten Aufwuchs. Die grosse Menge an schnell verfügbarer Energie führt zu Durchfall. Besser, man füttert gut strukturiertes Emd vom zweiten Schnitt, das hat weniger Zucker, oder Raufutterergänzungswürfel. 

Magnesium ergänzen

Nicht zu vergessen ist die Mineralstoffergänzung im Hinblick auf die Weidetetanie. Diese kann zum Problem werden, sobald mehr Gras zur Verfügung steht.  Junges Gras im ersten Aufwuchs enthält einen Drittel weniger Magnesium als die folgenden Schnitte. Bei jungem Gras sinkt zudem die Magnesium-Absorptionsrate von 20  auf rund 10 bis 15 Prozent.

Zudem ist das junge Gras kalium- und rohproteinreich, und Kalium hemmt die Magnesiumaufnahme zusätzlich. Auch die schnelle Passagerate des strukturarmen Futters führt dazu, dass kaum Magnesium in die Blutbahn gelangt. Betroffen von der Weidetetanie sind meist ältere Kühe und Kühe mit einer hohen Leistung. 

Vorbeugen kann man durch eine ausreichende Magnesiumversorgung: Entweder man setzt einen Mineralstoff mit erhöhtem Magnesiumgehalt ein,  oder  man verabreicht mehr vom «normalen» Mineralstoff. Auch eine  ausreichende Natriumversorgung durch Viehsalz muss sichergestellt werden.

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